Wenn es um Messungen geht, denken die meisten an eine Tastsonde, einen Messarm oder eine CMM-Maschine. Diese Technologien sind in der Industrie gängiger Standard. Die moderne Automobilindustrie benötigt jedoch zunehmend schnellere, flexiblere und kontaktlose Lösungen für Situationen, in denen herkömmliche Methoden nicht praktisch sind. Einer dieser Ansätze ist die statische Photogrammetrie – eine präzise 3D- Messung auf Grundlage einer Reihe von Fotos und optischen Markierungen.
Wie funktioniert die Photogrammetrie?
Das Prinzip ist einfach: Der Techniker versieht das Objekt mit optischen Markierungen (Markern) und macht dann eine Reihe von Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln. Eine spezialisierte Software erkennt diese Markierungen und berechnet mithilfe der Triangulation ihre genauen 3D-Koordinaten. Das Objekt bewegt sich während der Messung nicht, die Bilder überlagern einander und das Ergebnis ist eine 3D-Punktwolke („Point Cloud“), die aus den Positionen dieser Markierungen besteht. Dies kann anschließend mit dem CAD-Modell verglichen und für die Analyse von Verformungen, Simulationen oder Dokumentation verwendet werden.
Vorteile? Eine schnelle, präzise und schonende Methode ohne Berührung
Die Vorteile der Photogrammetrie sind vor allem Geschwindigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Die Komponenten werden berührungslos gemessen, sodass auch empfindliche Teile vor Beschädigung oder Verformung geschützt sind. Bei korrekter Einstellung erreicht sie eine Genauigkeit von einem Zehntel Millimeter – genau so viel, wie die Entwicklung und Prüfung in der Automobilindustrie erfordern. Ein großer Vorteil ist auch die Visualisierung. Farbige Karten der Abweichungen oder Verformungen vereinfachen erheblich die Darstellung der Ergebnisse. Und vor allem: Die Techniker können praktisch überall messen – im Labor sowie direkt beim Kunden.
Die Photogrammetrie ist bei AUREL alltäglicher Standard
Bei AUREL gehört diese Methode zur gängigen Praxis. Mit ihrer Hilfe misst das Team Verformungen nach Aufpralltests, überprüft Abweichungen und ergänzt weitere Messmethoden – Punktmessung und 3D-Scanning. Ein erfahrenes Expertenteam mit langjähriger Praxis, ein geräumiges Labor, hochwertige Maschinen und aktuelle Software sorgen dafür, dass hier die Spitzentechnologie jeden Tag zuverlässig und effizient funktioniert.
Wo hilft sie überall?
- Kontrolle von Teilen und Baugruppen: Beim Vergleich des tatsächlichen Zustands mit dem CAD-Modell wird diese Technologie häufig mit dem Scannen kombiniert. Der Scan liefert einen vollständigen Überblick über die Form des Teils, die Photogrammetrie liefert extrem genaue Referenzdaten an einzelnen Punkten.
- Fußgängerschutz: An der Prüfstelle für Fußgängerschutz hilft sie dabei, die Teile genau anzupassen, die Zonen am Fahrzeug zu vermessen und zu überprüfen, ob das Fahrzeugmodell der Realität entspricht, bevor der Impaktor abgeschossen wird.
- Spezielle Messungen für Kunden: Das Unternehmen AUREL löst oft auch sehr spezifische Aufgaben – beispielsweise bestimmt es die genaue Position von Sensoren oder Gebern an der Karosserie. Auch hier entscheiden Zehntelmillimeter.
Crashtests – tägliche Routine und 20 Jahre Erfahrung
Tests spielen bei der Entwicklung und Sicherheit von Fahrzeugeneine entscheidende Rolle. Bei AUREL nutzen Techniker die Photogrammetrie gerade bei Crashtests am häufigsten, und zwar auf täglicher Basis. Jährlich führen sie 100 bis 200 Crashtests durch (früher sogar mehr als 300). Die Technologie ermöglicht eine Verformungsanalyse des Fahrzeugs nach Front-, Seiten- und Heckaufprallen. Es wird gemessen, wie stark die Versteifungen bei einem Aufprall zusammengedrückt werden, wie stark sich der Kofferraum verformt, wie stark der Fahrgastraum verformt wird und wie stark sich die Gesamtgeometrie des Fahrzeugs verändert.
Techniker können mit der statischen Photogrammetrie auch sehr kleine Verformungen erfassen, weshalb sie häufig auch bei langsamen Aufprallen eingesetzt wird, bei denen die Verformungen nur wenige Zehntelmillimeter betragen.
Die Methode ist in Tschechien noch immer nicht gängiger Standard. Bei AUREL wird sie jedoch schon seit 20 Jahren angewendet und das Unternehmen gehört zu den größten Spezialisten in der Branche. Die Techniker besuchen regelmäßig beispielsweise das Crashlabor von Škoda Auto, wo sie Fahrzeuge nach Crashtests mithilfe der statischen und dynamischen Photogrammetrie und Scans vermessen. Bestimmte Teile werden bereits vor dem eigentlichen Test direkt bei AUREL gescannt.
Die moderne Methode hebt die Messung auf ein neues Niveau
Die statische Photogrammetrie ergänzt hervorragend die traditionellen Messmethoden. Sie bietet einen detaillierten Blick auf einzelne Stellen, ermöglicht eine genaue Bewertung von Abweichungen und dank des berührungslosen Prinzips kommt sie auch dort zum Einsatz, wo eine Sonde nicht hingelangt. Auch deshalb ist diese Technologie bei AUREL zu einem zuverlässigen Bestandteil der täglichen Praxis geworden.
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