Ein neues Fahrzeug auf den Markt der Europäischen Union zu bringen, ist nicht nur eine Frage der Entwicklung und der Produktion. Bevor das Auto zu den Kunden und auf die Straße gelangt, muss es noch die Typengenehmigung durchlaufen. Dies gilt dabei nicht nur für Personenkraftwagen, sondern auch für Lastkraftwagen, Servicetechnik oder andere Fahrzeugtypen, die am normalen Straßenverkehr teilnehmen. Bei der Typgenehmigung wird überprüft, ob das Fahrzeug alle Anforderungen in Bezug auf Sicherheit, Emissionen, Fahrerassistenzsysteme oder Cybersicherheit erfüllt. Das geschieht mithilfe von Dutzenden bis Hunderten von Tests, Messungen und Kontrollen. Lassen Sie uns den gesamten Prozess gemeinsam näher betrachten.
Eine Genehmigung für ganz Europa
Das Ergebnis der Typengenehmigung ist die sogenannte Typgenehmigung des Fahrzeugs (WVTA – Whole Vehicle Type Approval). Diese bestätigt, dass das betreffende Fahrzeugmodell alle Anforderungen der europäischen Gesetzgebung erfüllt. Und gerade die WVTA ermöglicht es den Herstellern, das Fahrzeug in allen EU-Mitgliedstaaten zu verkaufen.
Es geht jedoch nicht nur um die einmalige Vergabe eines Stempels. Die Typengenehmigung ist ein längerer Prozess, der schrittweise abläuft – er beginnt bereits in der Entwicklungsphase, setzt sich mit der Erprobung des Prototyps fort und wird auch während der Serienfertigung weitergeführt. Alle untersuchten Bereiche basieren dabei auf genau definierten europäischen Vorschriften und Methoden.
Was bei der Typgenehmigung alles geregelt wird
Die Typgenehmigung deckt ein breites Spektrum von Bereichen ab. Von grundlegenden Sicherheitsanforderungen über Emissionen bis hin zur immer wichtiger werdenden Cybersicherheit und der Funktionsfähigkeit von Fahrerassistenzsystemen. Der Hersteller muss belegen, dass das Fahrzeug:
- Für die Passagiere sowie die Umgebung sicher ist,
- die Emissionsgrenzwerte erfüllt,
- in verschiedenen Verkehrssituationen richtig funktioniert,
- sowohl normalen als auch Krisensituationen standhält.
Es handelt sich also nicht nur um die Konstruktion und die Materialien des Fahrzeugs, sondern auch um seine Systeme und deren Verhalten unter vorgegebenen Bedingungen.
Über die Genehmigung des Verkaufs von Fahrzeugen wird von den Prüfstellen entschieden
Eine wichtige Rolle im Typgenehmigungsverfahren spielen akkreditierte Prüfstellen, die häufig Teil größerer technischer Organisationen sind. Wir arbeiten zum Beispiel schon lange mit TÜV SÜD zusammen. Die Prüfstellen führen die Fahrzeugprüfungen selbst durch und erstellen die Unterlagen für deren Zulassung.
Neben den üblichen Messungen und Funktionstests, bei denen beispielsweise das Bremsverhalten, die Fahrzeugstabilität oder die Funktionsweise der Assistenzsysteme überprüft werden, werden auch anspruchsvollere Sicherheitstests durchgeführt.
Diese Rolle erfüllen vor allem Crashtests, die zeigen, wie ein Fahrzeug bei einem Aufprall reagiert und wie es die Passagiere schützt. In bestimmten Fällen kommen auch Spezialgeräte zum Einsatz, die bestimmte Arten von Kollisionen simulieren. So können beispielsweise Impaktoren den Kontakt eines Fahrzeugs mit einem Körperteil simulieren und ermöglichen es, das Verletzungsrisiko anhand festgelegter Zulassungsgrenzwerte genau zu messen. Crashtests sind dabei nichts, was man einfach wiederholen kann. Jeder einzelne von ihnen ist das Ergebnis von Dutzenden bis Hunderten von Stunden Vorbereitung. Außerdem finden sie oft nur einmal statt, weshalb es entscheidend ist, möglichst viele genaue und valide Daten von ihnen zu gewinnen.
Manchmal werden neben den üblichen physischen Tests auch Simulationen oder vorab vorbereitete Testszenarien eingesetzt. Auf diese Weise wird das Auto auch in Situationen getestet, die in der realen Umgebung nur schwer oder kostspielig zu gestalten oder zu wiederholen wären.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist dann die Überprüfung, ob die Serienfahrzeuge genau dem genehmigten Prototyp entsprechen. Neben einer korrekten Dokumentation müssen auch die Mess- und Testergebnisse übereinstimmen.
Zuverlässige Unterstützung beim komplizierten Typengenehmigungsverfahren
Die Typgenehmigung ist weder ein einfacher noch ein schneller Prozess. Die Hersteller müssen sich in der umfangreichen Gesetzgebung auskennen, auf deren Änderungen reagieren und gleichzeitig die Entwicklung, die Tests sowie die Dokumentation koordinieren. Erschwerend kommt noch der Zeit- und Kostendruck hinzu – denn jede Verzögerung bei der Typgenehmigung kann eine Verschiebung der Markteinführung des Fahrzeugs bedeuten.
Deshalb beziehen die Hersteller Partner in den Prozess ein, die sich im europäischen Umfeld auskennen und dabei helfen, die einzelnen Schritte der Typgenehmigung zu steuern. AUREL beteiligt sich am Typengenehmigungsverfahren als technischer Partner, der Testverfahren, Ingenieurleistungen und Kenntnisse der europäischen Anforderungen miteinander verbindet. Wir arbeiten dabei auch mit akkreditierten Prüfstellen und technischen Autoritäten zusammen, die für die eigentliche Typengenehmigung des Fahrzeugs zuständig sind. Dank unserer Erfahrungen mit europäischen Projekten und der langjährigen Zusammenarbeit mit Herstellern und Lieferanten sind wir in der Lage, schnell und effizient auf die konkreten Anforderungen einzelner Projekte zu reagieren. Wenn Sie sich mit der Typgenehmigung eines Fahrzeugs oder eines Fahrzeugteils befassen, melden Sie sich bei uns. Wir besprechen mit Ihnen gerne die konkreten Schritte und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit.



