Wie sieht die tschechisch-deutsche Zusammenarbeit in der Automobilbranche in der Praxis aus? Was ist bei der Auswahl eines Entwicklungspartners wirklich entscheidend – und warum reichen Größe oder Preis längst nicht mehr aus? Im zweiten Teil des Interviews mit Robert Stoff-Riegel, dem Manager für Geschäftsentwicklung bei AUREL, haben wir uns stärker auf die Erfahrungen aus der Praxis konzentriert. Sie werden zum Beispiel erfahren, warum heute vor allem Geschwindigkeit, Flexibilität und die Komplexität eines Systems über den Erfolg entscheiden.
Robert, im Anschluss an den ersten Teil unseres Gesprächs möchten wir nun etwas mehr auf die Praxis eingehen. Warum sollten deutsche Unternehmen die Spezialisten von AUREL als Entwicklungspartner wählen, anstelle von großen globalen Engineering-Unternehmen?
Bei AUREL verstehen wir es, drei wesentliche Faktoren miteinander zu verbinden: fundiertes technisches Fachwissen, ein hohes Maß an Flexibilität und Kundennähe. Im Gegensatz zu großen globalen Unternehmen sind wir in der Lage, schneller zu reagieren, uns leichter an die spezifischen Anforderungen eines Projekts anzupassen und maßgeschneiderte Lösungen anstelle von Standardlösungen anzubieten.
Ein bedeutender Vorteil ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen den auf den deutschen Markt fokussierten Teams und den tschechischen Ingenieuren. Dank dieser Vernetzung können wir eine reibungslose Kommunikation, hohe Qualität und kosteneffiziente Lieferungen gewährleisten – und das alles unter voller Berücksichtigung der Kundenwünsche.
Darüber hinaus setzen wir auf einen praxisorientierten, persönlichen Ansatz, der auf einer echten Partnerschaft basiert. Wir widmen jedem Kunden individuelle Aufmerksamkeit und vermitteln ihm den direkten Kontakt zu erfahrenen Ingenieuren und den wichtigsten Entscheidungsträgern. Dadurch wird die Zusammenarbeit flexibler, übersichtlicher und effizienter – was Kunden insbesondere im heutigen komplexen und sich dynamisch entwickelnden Umfeld zu schätzen wissen.
Bei AUREL setzen Sie auf umfassendes technisches Fachwissen und schnelle Entscheidungen ohne langwierige Genehmigungsverfahren. Wie wichtig ist diese Fähigkeit für deutsche Partner in der Praxis?
Das ist für die deutschen Partner von außerordentlicher Wichtigkeit, insbesondere unter den heutigen, rasch wechselnden Bedingungen. Projekte werden immer komplexer und die Fristen immer kürzer, sodass die Fähigkeit, schnelle und fundierte Entscheidungen zu treffen, einen echten Wettbewerbsvorteil darstellt.
Deutsche Unternehmen sind an strukturierte Abläufe gewöhnt, schätzen jedoch in der Praxis Partner sehr, die pragmatisch handeln und bei geänderten Anforderungen oder auftretenden Problemen schnell reagieren können. Kurze Entscheidungswege verkürzen Verzögerungen, steigern die Effizienz und tragen dazu bei, Projekte im geplanten Zeitrahmen zu halten. In diesem Zusammenhang ist die Kombination aus fundiertem technischem Fachwissen und schneller Entscheidungsfindung bei AUREL ein enormer Vorteil, da sie eine agilere, lösungsorientierte Zusammenarbeit ermöglicht.

Das Aurel Testgelände liegt nicht weit von der deutschen Grenze. Wie schätzen die Kunden diese Nähe in Kombination mit der technischen Ausstattung des Testgeländes?
Die deutschen Kunden schätzen die Nähe zum AUREL Testgeländesehr, da sie so die technische Entwicklung mit einer sofortigen Validierung direkt vor Ort verbinden können. Sie können persönlich an den Tests teilnehmen und unverzüglich auf deren Ergebnisse reagieren, was die ganzen Entwicklungszyklen erheblich beschleunigt.
Unsere Spitzentechnologien und Testkapazitäten werden von den Automobilherstellern als entscheidender Vorteil angesehen – denn sie ermöglichen, die Validierung unter realen Bedingungen durchzuführen, ohne auf entfernte oder fragmentierte Standorte angewiesen zu sein. Die Kombination aus Zugänglichkeit und fachlicher Tiefe stärkt somit das Vertrauen in die Ergebnisse und erhöht gleichzeitig die Gesamteffizienz der Zusammenarbeit. Die Kunden betrachten diese Zusammenarbeit oft als natürliche Erweiterung ihrer eigenen Entwicklungsumgebung.
Welche Vorteile bietet das AUREL Testgelände im Vergleich zu großen Testgeländen in Deutschland und anderen Teilen Westeuropas?
Im Vergleich mit diesen Testgeländen bietet das AUREL Testgelände eine erheblich höhere Flexibilität und einen konsequent kundenorientierten Ansatz. Der entscheidende Vorteil ist die Geschwindigkeit – Kunden erhalten wesentlich früher Zugang zu Testkapazitäten, und zwar mit kürzeren Planungs- und Genehmigungszyklen, die bei großen und ausgelasteten Einrichtungen oft ein Problem darstellen. Eine weitere Stärke ist die Kombination aus Erreichbarkeit und direktem technischen Support. Die Kunden reservieren hier nicht nur Testzeiten, sondern arbeiten eng mit Ingenieuren zusammen, die in der Lage sind, die Testbedingungen flexibel anzupassen und die iterative Entwicklung in Echtzeit zu unterstützen.
Gleichzeitig handelt es sich um ein Umfeld, in dem die Prozesse weniger rigide sind als in großen institutionellen Zentren. Dadurch können Testszenarien maßgeschneidert entworfen und kosteneffektiver reaslisiert werden. Gerade diese Agilität ist vor allem in den Entwicklungsphasen von Projekten von entscheidender Bedeutung, in denen die Fähigkeit zur schnellen Reaktion einen höheren Wert hat als standardisierte Tests in großem Maßstab.

Der deutsche Markt ist für seine Präzision und langzeitige Stabilität bekannt. Inwiefern erfüllt AUREL diese Standards und wie bauen Sie eine langfristige Loyalität Ihrer deutschen Kunden auf?
AUREL erfüllt diese deutschen Erwartungen – vor allem dank der Qualität des Engineerings, der strukturierten Prozesse und der gleichbleibend guten Ergebnisse. Wir arbeiten nach klaren Standards in den Bereichen Projektmanagement, Dokumentation und Qualitätskontrolle, wodurch sichergestellt wird, dass die Ergebnisse zuverlässig und vorhersehbar sind und den hohen Anforderungen unserer Kunden entsprechen.
Langfristige Loyalität bauen wir mittels Vertrauen und Kontinuität auf. Dies erreichen wir durch die Aufrechterhaltung stabiler Teams, die Gewährleistung eines direkten Zugangs zu erfahrenen Experten und eine dauerhaft transparente Kommunikation. Unsere deutschen Kunden schätzen es, dass wir Projekte nicht nur erfolgreich abwickeln, sondern auch ihre Systeme, Prozesse und Erwartungen tiefgreifend verstehen. Und das erhöht mit jedem weiteren Projekt die Effizienz der Zusammenarbeit.
AUREL verfügt im Automobilsektor über mehr als 20 Jahre Erfahrung. Lässt sich Ihre Test- und Entwicklungsmethodik auch in anderen Hightech-Branchen anwenden?
Ja, dieser Ansatz lässt sich auch sehr gut auf andere Branchen übertragen. Er basiert nämlich auf strukturierten Simulationen, systematischer Validierung und iterativem Engineering – also auf Grundsätzen, die für die Entwicklung komplexer Produkte allgemein gültig sind. In der Automobilindustrie bewährte Methoden lassen sich auch in anderen Bereichen effektiv anwenden, unter anderem weil die Automobilindustrie mit außerordentlich strengen Standards und hohen Qualitätsanforderungen arbeitet. Gerade diese hohen Anforderungen gewährleisten, dass sie sich problemlos auch auf andere Bereiche übertragen lassen. Es handelt sich um einen skalierbaren ingenieurtechnischen Ansatz, der sich überall dort bewährt, wo die Komplexität des Systems, die Sicherheit und eine konsequente Validierung eine entscheidende Rolle spielen.
Können Sie ein Beispiel für eine bestimmte Branche nennen?
Eine natürliche Erweiterung unserer Aktivitäten ist der Bereich . Luft- und Raumfahrt, insbesondere die simulationsgestützte Entwicklung und Erprobung. Die Luftfahrtindustrie teilt mit der Automobilindustrie hohe Anforderungen an Sicherheit, Präzision und Validierung, stellt jedoch noch strengere Anforderungen an Regulierung und Zuverlässigkeit. Dank der Erfahrung unserer Spezialisten in Bereichen wie Systemsimulation, Lebensdauertests oder virtuelle Validierung können wir Fluggesellschaften dabei unterstützen, Entwicklungszyklen zu verkürzen und die Sicherheit bereits vor den eigentlichen physischen Tests zu erhöhen.
Unsere Kompetenzen kommen zudem auch in anderen Branchen zum Tragen, in denen die Verknüpfung von Simulations-Know-how mit Tests unter realen Bedingungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein typisches Beispiel ist der Eisenbahnverkehr, wo es entscheidend ist, komplexe Systeme in einer anspruchsvollen und kontrollierten Umgebung zuverlässig zu validieren.
Wo würden Sie sich die tschechisch-deutschen Beziehungen im Bereich der technischen Zusammenarbeit in fünf Jahren wünschen? Welche Fortschritte sind für Sie in dieser „technischen Diplomatie“ entscheidend?
Ich wünsche mir, dass sich die tschechisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich Engineering vom Nearshoring-Modell zu einer vollständig integrierten Partnerschaft entwickelt, in der beide Seiten gleichberechtigt zu umfassenden Forschungs- und Entwicklungsprogrammen beitragen.
Unter „technischer Diplomatie“ verstehe ich die Fähigkeit, ein Umfeld zu schaffen, das auf Vertrauen, Transparenz und technischer Exzellenz basiert und in dem Projekte nach Kompetenzen vergeben werden – und nicht in erster Linie nach Geografie oder Kosten. Die Tschechische Republik sollte daher als natürliche Erweiterung der deutschen Ingenieurteams betrachtet werden, insbesondere in den Bereichen Simulation, Software und Systementwicklung.

Wie lässt sich das erreichen?
Der Schlüssel zu diesem Wandel liegt in einer stärkeren Einbindung tschechischer Teams bereits in den frühen Entwicklungsphasen und nicht erst in der Umsetzungsphase. Und auch eine stärkere gemeinsame Verantwortung für die Ergebnisse. Das umfasst auch eine direktere Zusammenarbeit zwischen den Ingenieuren, weniger hierarchische Barrieren und schnellere Entscheidungen über Grenzen hinweg. Als echten Erfolg würde ich es betrachten, wenn die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht mehr als Outsourcing wahrgenommen wird, sondern zu einem strategischen Vorteil für beide europäischen Innovationsökosysteme wird.
Möchten Sie herausfinden, wie die tschechisch-deutsche Zusammenarbeit auch bei Ihrem Projekt funktionieren kann? Sehen Sie sich die konkrete Lösung von AUREL an oder nehdmen Sie mit uns direkt Kontakt auf – wir besprechen mit Ihnen gerne die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit, vom ersten Konzept bis zur abschließenden Validierung.



